Das harte Los eines Partyshooters

20. April 2006, gebloggt von Commando Foxtrott

shooter.jpg

Die harten Jobs der Nacht :)

Eigentlich liegt mir sowas überhaupt nicht. Auf Leute zugehen, ihnen die Knippse vor die Nase halten, fragen ob man von ihnen ein Bild machen darf, Fotokarte übergeben damit sie wissen wo sich sich Morgen finden und ab zum nächsten. Aber irgendwie bin ich soeben doch genau in so einem Job gelandet. Wieso nur?

Beschäftige ich mich eine weile mit dem Medium Fotografie, so stell ich fest, dass es wie so viele andere kreative Gebiete, recht interessant sein kann.
KANN
Kann heißt in diesem Fall eher “könnte” - man muss ja raus um die Nacht “schön” zu fotografieren. Eine schöne Clubnacht beeinhaltet jedoch z.b. keine leeren Clubs.

Eine wirklich sehr schöne Optik liefern auch zwei einzelnen Spots, welche den staubigen Boden eines Berliner Clubs abkreisen.

Künstlerisch absolut wertvoll.. Die Stimmung 100% getroffen und in diesem Fall nicht nur das aktuelle Partyfieber beschrieben sondern eine gewisse Gesamtsituation in der Stadt, der Republik, der westlichen Welt.
Ja genau.. dieses Foto könnte sooo viel zeigen. Macht es aber nicht.
Weil es dieses Foto für einen Partyfotografen natürlich nicht gibt.
Party ist ja schließlich definitiv alles andere, nur keine zwei einsam kreisenden spots.

Man gerät aber immer wieder in versuchung. Heizungsrohre, einzelne Lampen, beleuchtete Ziegelwände und und und..
Es gibt einfach sehr viel in der Nacht und in Berliner Clubs was einem zum knippsen einläd ohne jetzt mit diesem Wort den künstlerischen wert herunter zu reduzieren.

shooter.jpg
Nach einer harten Shooter Nacht, haut man alles in die Ecke, heftet den PR Pass ab und fällt einfach tot um.

Man sieht sie. Durch den Sucher. Ganz nah. Die schönen Menschen der Nacht, oder auch nur die interessanten. Auf jeden Fall eigentlich jeden.

..und es wird zu einer Sucht.

Hat man ersteimal die Macht des Bildes erkannt… Nein falsch. Hat man ersteinmal die schönheit des Antlitzes des gemeinen Partygängers erkannt und die Grenzen der Qualität erreicht, braucht man mehr.
Quantität. Gib mir die Leute, gib mir die Floors, lass mich in die Clubs. Wenn es geht gleich in 4 oder 5.. flow in the row.

Eigenartigerweise lande ich jedoch meist in locations welche mir persönlich zusagen. Musikalisch oder von den Leuten oder halt von beidem etwas.
Normalerweise kein Problem. Doch neigen diese Locations in letzter Zeit vermehrt zu absoluten Fotoverboten.

Toll. Da bemüht man sich 5 Stunden lang aus 20 anwesenden Gästen eine schicke galerie zu zaubern und dann ist fotografieren verboten.

He.. dein Club ist voll. Zumindest auf meinen Bildern. und niemand kann das gegenteil behaupten. War ja schließlich keiner da.

Oder man landet auf der Hammer Party schlechthin. So am letzten Sonntag im Pulp.

pulpoa.jpg
Andre Galuzzi und Anja Schneider
am Ostersonntag im Pulp. Ein Hexenkessel.
Athmo ohne Ende. Nur leider keine Bilder.

Motive ohne Ende. Die Stimmung fließt förmlich auf die picturecard ohne das man den Auslöser drücken muss.

Und was ist.. FOTOVERBOT. :( Schmeissfliegenähnliche schwärme von Partyfotografen haben sich in den letzten Jahren wohl vielerorts unbeliebt gemacht. Nur wodurch.. ungefragte shots von armen unwissenden Gästen. Welche erst nach Monaten erfahren, dass sich irgendwo eine ganze Gruppe von Webvoyeuren über ihr Bild lustig macht.

Ein heißes Eisen.

..und das wo ich doch eigentlich dank einer rot - grün schwäche für diesen Job garnicht geeignet bin.

weitere Beiträge:

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 20. April 2006 um 23:07 Uhr veröffentlicht und wurde unter Das wahre Leben abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Einen Kommentar schreiben

This is a captcha-picture. It is used to prevent mass-access by robots. (see: www.captcha.net)

Du mußt die 5 Zeichen im Bild, (Zahlen von 0 - 9 und Buchstaben von A - F),
in das Feld eintragen und das Formular abschicken um den Download zu starten.

  

Ohje, das kann ich nicht lesen. Bitte, generiere mir eine