Mi casa es su casa - kopftanz
30. April 2006, gebloggt von Commando Foxtrott Ab dem Zeitpunkt, an welchem Du Teil der Szene bist und sie zu deinem Job, ist ihr glanz für dich verloren.
Es nervt dich ab auf parties zu müssen und nicht wie otto-normal-erdbewohner den samstag abend bei “Tatort” vor der Glotze verbringen zu können.
Bist du mehrere Tage nacheinander Nachtaktiv und hast es nicht geschaft der Büroarbeit tagsüber aus dem weg zu gehen, bemerkst du jene bremse im kopf, welche dich schnell nervt.
Deshalb.. meide: Partyshooter, Veranstalter, Türsteher, Service, Bar.
Den DJs gehts da glaub ich besser, aber so recht kann ich das nicht beurteilen.
weitere Beiträge:
Der Beitrag wurde am Sonntag, den 30. April 2006 um 01:33 Uhr veröffentlicht und wurde unter Das wahre Leben abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.



Am 30. April 2006 um 04:20 Uhr
kann ich voll und ganz verstehen. auch als dj kommt man an den punkt wo es anfängt zu nervern. genau dann wenn hobby zum alltag wird. hab ich alles schon durch. aber auch das vergeht wieder und es kommt die energie zurück wo es auch wieder spass macht. glaub mir…..;)
Am 1. Mai 2006 um 00:20 Uhr
Aus der Seele, Word, wie man so schön sagt. Als Veranstelter, Booker und Live Act ist mir der größte Teil der Partys Qual. Aber warum ist das so?
Nu, “früher” war ich immer allein auf der Piste, kam und ging nach Belieben, unabhängig, frei. Eine wunderbare Zeit. Viele kennen mich noch aus dem Tresor, immer als erster auf der Tanzfläche im Globus, der Tanzbäd, Eintänzer, Pausenclown. Dann kam Waschlabor, der Erkennungswert stieg, die Rampensau in immer dem gleichen Outfit - heute noch. PR ist alles, daei sein, gesehen werden, Kontakte und Samll Talk - wie ich das oft hasse…
OK, Gästeliste, freier Eintritt, viele tolle DJs als gute Freunde, Anerkennung. Schön. Aber auch: nicht mehr frei sein, immer ansprechbar, fast nie allein unterwegs. Aber war das alles?
Ich bin Musiker, höre, was schief läuft, erkenne Mängel im mixing sofort, auch und gerade im Aufbau eines Sets, im ablauf. Hitschlampen, unsichere Vagabunden ohne klare Linie, Effekthascher, Langweiler, DJs ohne kontakt zum Publikum, Abspieler immer gleicher Sets, Talentlose - zu viel davon unterwegs. Viel zuviel. Dazu “Popstars”, die sich auf ihren vor vielen Jahren erworbenen Lorbeeren ausruhen, völlig kritikloses Publikum, “Verprollung”, Aggression, leere Floors, auch wenn die Musik genial war, aber eben keine “Popstars” am Start, mieser Sound, liebloses Licht - irgendwann nervt’s nur noch.
Dann kommt der Genuss auf Underground Partys, in anderen Regionen, unbekannt, unerkannt. Es gibt so vele tolle Talente, von der Musik besessen, lernfähig, mutig, neugierig und neugierg machend - und keine Förderung. Berlin Style, Minimal, Handtaschenhouse, Veranstalter mit weniger Arsch in der Hose als ein Ei Federn auf der Schale.
Ich werde als Musiker abgezogen und um Gage geprellt, habe fast nie Monitorboxen als Live Act - manchmal nicht einmal einen Tisch -, spiele in line-ups, zu denen ich passe wie ein Nilpferd in die Eiger Nordwand, muss mich von Betreibern verarschen lassen, bekomme von DJs Gagenforderungen genannt, die indiskutabel sind für einen selbständigen Veranstalter, bekomme Cola warm ohne Kohlensäure aus der Flasche, Werde von arroganten Türstehern behandelt wie ein Depp, darf Klos benutzen, die nicht einmal ein Penner goutieren würde - Partystimmung?
Kein Wunder, wenn Besucherzahlen sinken und die Szene auseinander läuft. Es ist nicht die schlechte wirtschaftliche Lage, es ist die Arroganz und Ignoranz vieler Betreiber, Veranstalter und DJs, die die Gäste vergraulen.
Hey, wir sind DIENSTLEISTER, schon vergessen? Die Gäste sind unsere Schätzchen, die alles das, was wir tun, tun wollen und gerne tun würden finanzieren. Wir haben in all diesen Funktionen PFLICHTEN! Wenn wir diese erfüllen, DANN erste haben wir auch Rechte.
Wenn ich als Veranstelter fette Line-ups zu fairem Preis anbiete, als Betreiber einen amtlichen Sound, eine super Lightshow präsentiere, saubere Sanitäreinrichtungen habe, eine wechselnde Deko präsentiere und als DJ bzw Musiker einen verdammt guten Job abliefere, dann werden Partys auch wieder geil. Und sonst? Sägen wir alle kräftig an dem Ast, auf dem wir sitzen.
Backstage? Ist was für geltungsbedürftige Pietzen, für Linezieher, elitäre Egos und all jene, denen Status mehr bedeutet als die Musik.
Wenn hier nicht bald ein Umdenken statt findet, dann war’s das - leider!
Am 1. Mai 2006 um 00:25 Uhr
Man genau so denk ich auch !!!
Am 18. Mai 2006 um 13:47 Uhr
wohl wahr.
aber diese einstellung in der subkultur “techno” ist eigentlich, wie ich finde, nur ein spiegelbild der allgemeinen einstellung in diesem gesellschaftssystem.
geprägt durch zunehmende ich-bezogenheit, abnehmende bereitschaft, sich selbst zu kritisieren…und so weiter.
globalisierung, überreizung, überangebot an bunten, nichtssagenden hüllen.
willenloser konsum.
wenn aus dem gourmet ein gourmand wird…
kurz: alles wird oberflächlicher.
aber wo es eine masse gibt… da gibt es auch menschen.
und diese haben irgendwann die schnauze voll.
weil sie es einfach nicht mitmachen können.
ich persönlich lasse mich davon nicht mehr deprimieren.
ich freue mich, wenn ich menschen treffe, die es verstanden haben…
diese strahlen das meist auch irgendwie aus.
und ich weiß, dass das streben einer subkultur in die richtung mainstream und klickerklacker auch eine gegenbewegung zur folge hat.
man muss leider genauestens hinschauen.
um nicht abgezockt zu werden.
um sich nicht unentwegt an den kopf greifen zu müssen mit der frage
“wo bin ich hier gelandet?”