Times are changing … but the direction is a circle.

3. Juli 2007, gebloggt von Panzerfahrer

Wer mit offenem Fenster schläft, hat die Chance mehr Luft atmen zu können. Allerdings trägt er auch das Risiko zu hören, was an der Strasse vor seinem Haus so für Laute entstehen. Eines schönen Abends war das Robbie Williams – nein nicht in echt, sondern aus der Konserve. Laut singend teilte er mit, dass er doch nur die „real love“ feelen will. Neugierig geworden ob der Quelle dieser Statements entdeckte ich unweit von mir eine neue Lokation mit schöner Dachterrasse. Dort wurde Eröffnung gefeiert.
Neben Williams durften sich auch andere Musikstücke ausplärren. Diese entsprachen eher dem Studentenpartyvolk, also Collegerock feat. „irgendwelchen Rock“ feat. oldschool Kommerzblackmugge, also jene seltsame Mischung, die bei Vielen als gut gemachte Pop/Tanzmusik gilt.
Das interessante an dieser Lokation ist nun, dass sich im Gebäudebereich annodazumal ein Technoclub einquartiert hatte. Als Angehöriger einer Generation, die nur noch den Abgesang auf Techno Ende der neunziger Jahre mitbekam, hatte ich diese „Lokation der ersten Generation“ nie gesehen. Dennoch hatte man im Laufe der Jahre viele Stories von dem Club gehört. Nun sind Berichte von Zeitgenossen immer mit Vorsicht zu genießen, aber in einem bin ich mir sicher, die Parties im ranzigen Technohaus unterschieden sich von denen in der jetzigen Lokalität. Umfangreiche empirische Studien meinerseits im letzten Jahrzehnt der Szene haben das bestätigt…

Nun gut, die Zeiten ändern sich. Egal in welche Richtung sich etwas ändert, der Ausspruch: „Wenn du alt werden willst, steh nicht im Weg!“ hat seine dauernde Gültigkeit. Es war schon immer so, dass es gewisse Trends, vorherrschende Sub-/Jugend- oder sonst was Kulturen gab, die eines Tages vom Neuen weggespült wurden.
Es ist auch völlig normal, dass eine solche Kultur irgendwann den Schritt zum Kommerz und Ausverkauf vollzieht. Es ist auch normal, dass die eigentlichen Stilelemente dieser Subkultur nie den Mainstream erreichten. Aber dann gibt es doch einen Unterschied zur Vergangenheit. Es gibt nichts Neues! Die Durchschnittsmusik dieser neuen Dachterrassen - Lokation war im Schnitt etwa 10 Jahre alt!
Was ist also das Neue?
Antwort: Offenbar nichts.
Ist aber etwas ist anders?
Zumindest anders als in den letzten 50 Jahren. Angesagt ist, was war. Die größten Hits der 60-80er – jeden Tag. Da können auch die Hiphopkiddies mit ihre Plastegoldketten nur zu nicken, Gangsta ist mindestens so alt wie die meisten Anhänger dieses Hiphopstyles. Musik von Bands wie „Profiherberge in japanischer Hauptstadt“ klingt ebenfalls wie vor X-Jahren. Von Heulbojen wie Williams und den RnB-Tussen ganz zu schweigen, James Brown ist nicht wirklich tot. Techno ist auch nicht tot, es dümpelt nur auf niedrigem Niveau vor sich hin.
Fazit:
„Bleibt alles anders.“

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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 3. Juli 2007 um 18:55 Uhr veröffentlicht und wurde unter Das wahre Leben abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Eine Reaktion zu “Times are changing … but the direction is a circle.”

  1. soleil

    lass mich raten, die Location ist in der nähe vom alten BASE? Die Mugge vom Stil des Flowerpowers, wo ich mich Frage bin ich noch Teenie ?!? Der 10fach durchgekaute Superhit nun mit HipHopschlaggatackgegagger aufgemotzt und Rockmusik die genauso dahinschlumpert wie der erste REM.Hit…..Muha. Ich bin so froh ein Technokind gewesen zu sein ^^

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